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Hans Karl Peterlini - Südtirol [antikvár]
 
Zu diesem Bucii Als ich gebeten wurde, eine Geschichte Südtirols zu schreiben, konnte meine Antwort nur sein: Eine Geschichte Südtirols gibt es nicht, zumindest nicht vor ca. 1900. Denn das heutige Südtirol hat als Teil des alten Tirol mit Nord- und Osttirol eine gemeinsame, untrennbare Geschichte. In eingeschränktem Maß auch mit dem heutigen Trentino, das allerdings erst mit dem Ende der weltlichen Herrschaft des Bischofs von Trient 1802/03 ganz mit dem Land Tirol vereint wurde. Südtirol war bis ins späte 19. Jahrhundert die...
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Zu diesem Bucii Als ich gebeten wurde, eine Geschichte Südtirols zu schreiben, konnte meine Antwort nur sein: Eine Geschichte Südtirols gibt es nicht, zumindest nicht vor ca. 1900. Denn das heutige Südtirol hat als Teil des alten Tirol mit Nord- und Osttirol eine gemeinsame, untrennbare Geschichte. In eingeschränktem Maß auch mit dem heutigen Trentino, das allerdings erst mit dem Ende der weltlichen Herrschaft des Bischofs von Trient 1802/03 ganz mit dem Land Tirol vereint wurde. Südtirol war bis ins späte 19. Jahrhundert die gebräuchliche Bezeichnung für diesen italienischen Teil des Landes. Oder man sagte Welschtirol dazu. Dass sich nach 1880 die Bedeutung des Namens Südtirol veränderte und er zunehmend für alle Täler südlich des Alpenhauptkamms angewendet wurde, hängt mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs zusammen, der sich von der Vorsilbe „Süd-" eine besondere Werbewirksamkeit erhoffte, nicht zu Unrecht übrigens. Zur Abgrenzung gegenüber dem bisherigen italienischen „Südtirol" sagte man zuerst noch „Deutsch-Südtirol". Dazu gehörte auch der Bezirk Lienz, für den allerdings bereits in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts der Begriff Osttirol erfunden wurde. Allgemein üblich war diese Bezeichnung jedoch bis zum Ersten Weltkrieg nicht. Über allem stand ungeteilt und unmissverstanden der Begriff Tirol, wie es seit Jahrhunderten selbstverständlich war. Wer von Tirol sprach, wusste, was gemeint war: das gesamte habsburgische Kronland vom Karwendel bis zum Gardasee. Die Sprach- und Begriffsverwirrung rund um den Namen Tirol ist eine direkte Folge der Zerreißung des Landes durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs - und der nach 1950 nach und nach erkämpften Landesautonomie innerhalb Italiens. Denn erst seit 1972 wurde aus dem Alto Adige oder Hochetsch der Faschisten wie des demokratischen Nachkriegs-Italien offiziell das „Land Südtirol". Und nördlich des Brenners und östlich von Innichen beginnt „Tirol". So steht es auf den Landkarten. Und es gibt zwei Landesregierungen, zwei Landeshauptleute, von denen einer „Landeshauptmann von Tirol" heißt, obwohl sein Amtsbereich am Brenner aufhört. Das ist politische Realität. Und es ist einsichtig, um wiederum zur Buchidee zu kommen, dass viele Südtiroler über ihre engere Heimat noch mehr wissen wollen und sollen, als über Nord- und Osttirol. Also doch eine „Geschichte Südtirols"! Ich bin dem Dilemma so begegnet, dass ich dem Verlag vorgeschlagen habe, auf der Grundlage meines immer wieder erweiterten und aktualisierten Buches „Tirols Geschichte in Wort und Bild" ein Buch zu erarbeiten, das Ereignissen, Personen, Kunstwerken, Zuständen und Entwicklungen auf dem Gebiet des heutigen Südtirol innerhalb der Geschichte Gesamttirols mehr Platz einräumt und von spezifisch Nord- und Osttiroler oder gar Welschtiroler Fakten nur soviel aufnimmt, als es für heutige Südtiroler wichtig und wissenswert ist. Eine Geschichte Tirols mit Südtiroler Schwerpunkt sozusagen. Eine Gratwanderung, sicher. Denn zugleich darf der Blick auf den einheitlichen Geschichts- und vor allem Kulturraum Alttirol nicht verlorengehen. Der Vorteil ist, dass auf gleichem Umfang mehr interessante Details erzählt werden können. Und nach 1918 wird - mit ganz wenigen Ausnahmen - tatsächlich nur mehr die Entwicklung des südlichen Landesteils geschildert. Da ist es dann wirklich eine Geschichte Südtirols! Vor allem die Jahre nach 1945 bis 2000 wollte ich ausführlich und neu dargestellt haben, was mir mit einem kompetenten Südtiroler Co-Autor besser möglich schien. So war ich froh, dass der Journalist und Buchautor Hans Karl Peterlini, selbst für die letzten Jahrzehnte scharf beobachtender Zeitzeuge und Chronist, diesen Part übernahm. Seine Kapitel führen ganz in die Gegenwart hinein. Zusätzlich gibt er in einem einleitenden Essay die Koordinaten für ein zeitgemäßes und facettenreiches Südtirol-Bild, die Grundlage für die folgenden historischen Kapitel. Den Abschluss macht dann

Termékadatok

Cím: Südtirol [antikvár]
Szerző: Hans Karl Peterlini , Inga Hosp Michael Forcher
Kiadó: Haymon Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 9783852186368
Méret: 210 mm x 260 mm
Hans Karl Peterlini művei
Inga Hosp művei
Michael Forcher művei
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