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UM 1300 - DIE BAUTEN DAS FRÜHE BERLIN Berlin am Ausgang des 13., am Beginn des 14. Jahrhunderts gewinnt nicht nur durch neuere geschichtliche Erkenntnisse festere Kontur; es hat sich auch tatsächlich erst zu jener Zeit als soziales und kulturelles Gebilde geformt. Freilich werden wir uns das Stadtbild schlicht und nüchtern vorstellen müssen im Vergleich zu alten Römerstädten oder fürstlichen Gründungen des hohen Mittelalters. In diesem, von der Vor- und Frühgeschichte zwar mit Zeugnissen von Wanderungen und Siedlungen belegten, in...
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UM 1300 - DIE BAUTEN DAS FRÜHE BERLIN Berlin am Ausgang des 13., am Beginn des 14. Jahrhunderts gewinnt nicht nur durch neuere geschichtliche Erkenntnisse festere Kontur; es hat sich auch tatsächlich erst zu jener Zeit als soziales und kulturelles Gebilde geformt. Freilich werden wir uns das Stadtbild schlicht und nüchtern vorstellen müssen im Vergleich zu alten Römerstädten oder fürstlichen Gründungen des hohen Mittelalters. In diesem, von der Vor- und Frühgeschichte zwar mit Zeugnissen von Wanderungen und Siedlungen belegten, in historischer Zeit aber noch unbesiedelt zu sehenden Gebiet mußte erst ein bestimmter, markanter Rhythmus von Kommunikation und Fluktuation entstehen, damit sich in den sumpfigen Uferniederungen zwischen den beiden alten Slawenburgen Spandau und Köpenick eine bleibende menschliche Ansiedlung bildete. Handelsleute mögen hier noch im 12. Jahrhundert in einem Vakuun? zwischen den politischen Mächten ein Schlupfloch entdeckt und zunehmend genutzt haben. Auch die landschaftliche Formation begünstigte das Überschreiten der Spreeniederung in dieser Gegend, was heute in der Topografie der Großstadt nicht mehr so in Erscheinung tritt: die sandigen Hochflächen des Teltow im Süden und des Barnim im Norden rücken hier wie Brückenpfeiler nahe zusammen. Die heutige Mühlendammbrücke markiert ziemlich genau den uralten Straßenzug: von Südwesten nach Nordosten, von Leipzig oder Magdeburg herkommend und einen Übergang über die Oder oder einen Weg nach Pommern anstrebend. Nachdem die Spreeinsel an ihrer breitesten Stelle und der Hauptarm des Flusses überquert waren, konnte man in einer bescheidenen Ausspannung am nördlichen Ufer rasten. Ein Gegenstück auf der Insel ist zu vermuten. Zu dem nördlichen Gebäudekomplex zählte wohl sicher eine kleine, vielleicht hölzerne Wegkapelle; ein dazugehöriger Friedhof in ansonsten unberührtem Boden konnte bei Grabungen nach dem zweiten Weltkrieg unter den Ruinen der Nikolaikirche festgestellt und untersucht werden. Die ersten Ansiedler waren wohl - so kann man aus der allgemeinen Siedlungsgeschichte der Mark Brandenburg schließen - Sachsen und Franken, Leute vom Harzland, vom Niederrhein und dem angrenzenden Flandern. Dieser älteste Kern einer Niederlassung wuchs innerhalb eines Zeitraumes von wenig mehr als zwei Generationen zu einer Größe und relativen Bedeutung, so daß die

Termékadatok

Cím: St. Marien zu Berlin [antikvár]
Szerző: Marianne Tosetti
Kiadó: Evangelische Verlagsanstalt
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 200 mm x 220 mm
Marianne Tosetti művei
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