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Die Geschichte der Stadt SopianaeDie Stadt Sopianae wurde Anfang des 2. Jahrhunderts gegründet. Ihre Einwohner setzten sich aus den Eingeborenen und eingewanderten Westpannoniern sowie Italern zusammen. Schon im 2. Jahrhundert standen hier große öffentliche Gebäude. Während der im Jahre 167 aus-II, V gebrochenen sarmatisch-markomannischen Kriege unter Kaiser Marcus Aurelius wurde die Stadt zwar schwer zerstört, aber recht bald wieder aufgebaut. Um die Mitte des 3. Jahrhunderts fiel Sopianae erneut einem feindlichen Anschlag zum Opfer. Nach 293 war die Stadt Sitz der Zivilverwaltung der Provinz Valeria, hier residierte auch der Statthalter der Provinz, der praeses. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts wahrscheinlich nach ihrer Ernennung zur Provinzhauptstadt entfaltete sich in Sopianae eine rege Bautätigkeit. Damals entstanden die großen öffentlichen Gebäude im Stadtzentrum und wahrscheinlich auch das Forum sowie der Palast des Statthalters. Nach den Bestattungsbräuchen ist anzunehmen, daß sich das Christentum gegen Anfang des 4. Jahrhunderts unter der Bevölkerung verbreitete. Wie die reichen Grabiii funde und Grabbauten erkennen lassen, vollzog sich im 4. Jahrhundert in Sopianae ein recht beachtlicher wirtschaftlicher Aufschwung.Brandgräber der frühen Kaiserzeit konnten in direkter Nähe der Stadt noch nicht gefunden werden, sondern lediglich etwas entfernt, auf dem Gebiet von Vasas. Vom Ende des 2. bzw. Anfang des 3. Jahrhunderts an wurden im allgemeinen die Skelettgräber üblich. Diese I Skelettgräberfelder erstreckten sich nord-nordöstlich der Stadt. Die frühchristlichen Gräberfelder aus dem 4. Jahrhundert ziehen sich im Norden bis zum Gelände der heutigen Domkirche und im Nordosten bis zur östlichen Seite des Széchenyi tér.Die frühchristliche Begräbnisstätte besaß zahlreiche Grabkammern XII und Grabkapellen, die zum Teil bemalt waren. Eine Grabkammer wurde um die Wende vom 4. und 5. oder zu Beginn des 5. Jahrhunderts zu einer Kapelle umgebaut.Ende des 4. Jahrhunderts begann die Stadt zu verfallen, und zu dieser Zeit wurden die Toten auch zwischen den Gebäuden bestattet. Bis Anfang des 5. Jahrhunderts verweilten die Einwohner in der Stadt, obwohl wie wir wissen ein Teil der Bevölkerung Pannoniens in diesen wirren Zeiten nach Italien oder auf die Balkanhalbinsel floh und Reliquien der Märtyrer mitnahm. Auch während der Völkerwanderung, der wechselnden Herrschaft der Hunnen, Germanen und Awaren, sind schwache Lebensspuren auf dem Gebiet der Stadt zu verfolgen. EineQuelle aus dem 9. Jahrhundert nennt die einstige römische Stadt Quin-que Basilicae (Stadt der fünf Kirchen), während sie im 10. Jahrhundert als Quinque Ecdesiae erwähnt wird. Mit diesen Bezeichnungen stimmt der deutsche Name der Stadt, Fünfkirchen, überein. Im Jahre 1009 gründete König Stephan ein Bistum in der heutigen Stadt Pécs, und eine Quelle aus dem Jahre 1064 berichtet, daß der Dom von Pécs und die dazugehörigen Paläste und Gebäude ein Raub der Flammen wurden. Der Feuersbrunst folgte ein umfangreicher Neuaufbau, der sich bis zum Ende des 11., vielleicht auch bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts hingezogen haben dürfte. In diese Zeit fällt wahrscheinlich der Wiederaufbau der Cella trichora, der kleinen Kapelle unmittelbar neben dem Dom sowie 31-32 ihre Bemalung in Form eines Vorhangmusters mit arabischen, kufischen Schriftzeichen. Die einstige Cella trichora stand also bis zum 11.-12. Jahrhundert und wurde vermutlich erst im 16. Jahrhundert, zur Zeit der Türkenherrschaft, zerstört.Die römische Stadt und ihre EinwohnerAuf dem Gelände der römischen Stadt konnten bisher weder römische Inschriften noch andere Funde geborgen werden, die den Namen der Stadt bewahrt hätten. Ein Reiseführer, das sogenannte Itinerarium Antonini aus der Römerzeit erwähnt eine bedeutende römische Stadt, Sopianae, die am Knotenpunkt von fünf Straßen in dem Dreieck zwischen der Donau und Drau lag. Dieser Reiseführer gibt die Landstraßen verschiedener Provinzen des römischen Reiches an und enthält auch die Entfernungen zwischen einzelnen Orten in römischen Meilen", in 1000 Doppelschritten (millia passuum = 1480 m).Am Fuße des Berglandes, am Rande der Tiefebene lag die Siedlung wie bereits erwähnt an einer Kreuzung wichtiger Straßen. Die bedeutendste Handelsstraße von B/zantium in Richtung Westen, die über die Balkanhalbinsel führte, Singidunum (Belgrad) und Sirmium (Mitrovica) berührte, bei Mursa (Eszék Osijek) die Drau überquerte und Pannonién über Sopianae (Pécs) und Savaria (Szombathely) durchzog, galt in strategischer Hinsicht als Landstraße erster Ordnung. Sie kreuzte zwischen Drau und Save auch die Straße, über die die norditalienischen Händler aus Aquileia hierhergelangten. Die Pannonién diagonal durchlaufenden Straßen bildeten bei Sopianae einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt: Eine der Straßen überquerte das Mecsekgebirge, berührte den nordöstlichen Rand des Plattensees, endete an der Donau,