Bővebb ismertető
SIZILIENWir erheben gewifi nicht den Anspruch, mit diesem bebilderten Führer einen er-schöpfenden Überblick über Sizilien zu vermitteln, sondern lediglich Hinweise auf die sehenswertesten und malerischesten Orte und Gegenden der Insel zu geben. Hoffentlich gelingt es uns, im Leser Verstándnis, ja Bewunderung für die Schön-heit seiner Tempel und seiner Museen, in erster Linie aber auch für seine Land-schaft mit ihrem vorzüglichen Klima, und nicht zuletzt für seine stolzen Bewohner zu erwecken.Sizilien ist die gröfite (25.708 qm) unter den Régiónén Italiens, und auch die mit der höchsten Einwohnerzahl (rd. 6 Millionen). Sie hat die Form eines Dreiecks und wurde wohl deshalb in der Antiké Trinacria genannt. Die Insel erhob sich vor 200 Millionen Jahren aus dem Mittelmeer, und zwar in weit gröfierer Entfernung von der Halbinsel, als sie heute gelegen ist: an der engsten Stelle der Meerenge von Messina kaum 3 Kilometer.Was auf der Landkarte zu allererst sichtbar wird, ist die klar umgrenzte Form der Insel, die Trennung vom Festland, die auch der Landschaft ein eigenes Gepráge gibt. Aber bei náherem Hinsehen kann einem, auch wenn man sich nur auf den geographischen Aspekt beschrankt, nicht die Bedeutung dieser Insel für den gan-zen Mittelmeerraum entgehen: Sizilien ist námlich wie eine Brücke zwischen dem-aufiersten Süden Europas und Afrika, von dem es auf der kürzesten Strecke, das ist die nach Tunis, nur 150 km entfernt ist. Aber auch in west-östlicher Richtung stellt es eine Art Plattform für den Schiffsverkehr im Mittelmeer dar. Alsó ist es auch der Knotenpunkt der wichtigsten Verkehrslinien des Mittelmeerraumes und erlangte deshalb mehr als einmal in der Geschichte grofie wirtschaftliche Blüte und eine politische Vormachtstellung. Allerdings war die Bedeutung der Insel im Lauf der Jahrhunderte recht unterschiedlich. In der Antiké, in der Zeit der Klassik, be-fand sie sich im Mittelpunkt eines Kulturkreises und wurde nicht nur viel besun-gen, sondern war auch die Heimat berühmter Mánner, Politiker und Gesetzgeber, Dichter und Schriftsteller, Philosophen und Geschichtsschreiber, die sie in ihren Schriften entsprechend würdigten. Dann aber kam die Herrschaft der Araber mit wechselvollen politischen, religiösen und kulturellen Ereignissen, und Sizilien spiel-te eine Vermittlerrolle zwischen der christlichen und der muselmanischen Welt. Unter den Normannen kam Sizilien zu neuer wirtschaftlicher und kultureller Blüte und hatte nicht nur für Italien, sondern für ganz Európa Geltung, um dann nahezu unvermittelt wieder viele Jahrhunderte lang weitab vom Mittelpunkt der zivi I isi értén Welt ein eher dürftiges Dasein zu fristen. Denn infolge der Entdeckung Amerikás verlagerte sich die tragende Achse der Weltgeschichte vom Mittelmeerraum nach Norden, die europáischen Geschicke wurden nicht mehr im Mittelmeerraum bestimmt, sondern in Mitteleuropa und besonders in den angelsáchsischen Lán-dern. Die einstige Trinacria befand sich aufierhalb des grófién politischen Ge-schehens, der Schwerpunkte der wirtschaftlichen Interessen, der grófién interna-tionalen Schiffahrtslinien, es wurde an den Rand des unteritalienischen Raumes gedrángt, ja es war auch von dem italienischen Festland selbst isoliert, fern von den Ballungsráumen, in denen die Industrie und der Handel zu blühen begannen. Damit bekam Sizilien all die negativen Aspekte seiner Inselstellung zu spüren. Die Meerenge von Messina war zwar leicht zu überbrücken, und es kam auch zu einem regen Pendelverkehr von Fahren, Flügel- und sonstigen Schiffen, aber die Abgeschiedenheit blieb, und erst jetzt könnte die geplante Hángebrücke über die Meerenge eine neue Aufwertung nach sich ziehen und zu einer Verkehrung der