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T%T) A C^ IST WIE EIN KOSTBARES MUSIKA IX/\vJ INSTRUMENT. SEINE BRÜCKEN streichen über die Moldau wie schlanke Finger über Harfensaiten. Diese kaum hörbare Melodie durchdringt auch den tagtáglichen GroBstadtlárm: in ihr klingt das zarte und veranderliche Wesen dieser Stadt, das sich von Libuschas prophetischer Geste, die in den Flügelschlagen der Taubenschwárme immer wieder zu neuem Leben erwacht, bis zum vorlaufig letzten Glockenschlag der Altstadter Aposteluhr hinzieht. Mádchen, die es immer so eilig habén, begleiten das Lied mit dem zarten Stakkato ihrer Schritte und wissen dabei gar nichts davon. Und den Liebespaaren, die in der Abenddammerung an den niedrigen Mauern der Insel Kampa lehnen, sind diese Plátze seit jeher zum Prager Frühling und allén Jahreszeiten dieser Stadt reserviert. De^ Stadt, die dem Genius Mozarts so viel Verstándnis entgegengebracht hat und die im Winter seine Perücke mit einem Zopf aus Eiszapfen tragen darf. Genug jedoch von Musik und Melodie, sonst könnten sich die übrigen Musen mit Recht gekránkt fühlen. Sicher hat auch die Kunst des Photographierens ihre Muse. Sie ist sehr beweglich, wohl deshalb, weil sie viel jünger ist, als ihre verdienten Gefahrtinnen. Wir verdanken ihr vieles, und auch Prag, das so gern vor einem aufmerksamen Objektiv wie ein erfahrenes Photomodell posiert, ist ihr zu Dank verpflichtet. Manchmal laBt sich Prag jedoch in einem unbewachten Augenblick oder im Halbschlaf iiberraschen, und eben dann habén wir unsere allerwertvollsten Aufnahmen. Stundenlang warten ihre Autoren, wie die Fischer auf der Moldau, auf solche Gelegenheiten. Das Laub falit still von den herbstlichen Baumen und gibt im Flug zu verstehen, daB es nicht photographiert werden will. Die neuen Hauser hingegen, die geometrischen Blocks der Siedlungen, drangen sich - vorlaufig ohne Verdienste und ohne denkwürdig zu sein - vor die Kamera und rufen stolz: auch wir sind Prag! Ihr Hauszeichen ist der Friede. Wenn sie auch zu den