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PISAEinst eine römische Seekolonie, setzte sich Pisa in der Zeit des Investiturstreits als freie Gemeinde durch und erreichte den Höhepunkt ihrer Macht während jener grossen Kampfbewegung zwischen der christlichen und islamischen Welt. Pisa errang ihre Macht auf der See durch. die kühnen Unternehmungen in Sardinien, Corsica und Palästina und zeichnete sich durch die Verteidigung des thyrr-hänischen Meers gegen die Einfälle der Barbaren aus.Die blühende Stadt, Herrin von Inseln und Häfen, verdankte ihren Reichtum dem Meer, denn sie verstand es, dem Handel mit der arabischen Welt neue Wege zu erschlissen und auf den Mittelmeerküsten reiche Kolonien zu grüunden. Und das Meer, auf dem einst die Fahne mit dem Kreuz ehrenvoll und Furcht einf-lössend wehte, nahm am Tage der verhängnisvollen Seeschlacht von Meloria den Ruhm der glorreichen Republic von Pisa auf, die bereits vom Hass der Parteien, den inneren Fehden und der Nebenbuhlerschaft der Städte Florenz, Lucca und Genua geschwächt war.Nach einer langen Zeit der Verwahrlosung, wachte Pisa unter der Herrschaft der Medici und zwar so als woUte man ihr damit einen geringfügigen Entgelt für die glorreiche Macht früherer Zeiten geben, zu einer neuen Blütezeit auf. Es wurden neue Strassen und Paläste gebaut, die alte Universität wiederröffnet und es entstand der Palast der Weisheit (Palazzo della Sapienza), wo heute die Universität untergebracht ist: also nicht mehr der Mittelpunkt eines unmöglichen Imperiums, sondern eine Stadt des Studiums und der Denkwürdigkeiten, auch wenn ihr im Namen der Stephansritter die Aufgabe der Verteidigtmg der thyrrhänischen Küsten, eines der typischsten Merkmale ihrer Geschichte beschieden blieb. Heute erreicht das Meer nicht mehr die Pforten der Stadt, sondern man kaim seinen grellen Schimmer nur noch über die tiefgrünen Pinienhaine durchblicken; von dem antiken, nunmehr eingesandeten Hafen gehen nicht mehr die fabelhaften Routen nach dem Osten aus. Es sind nur die marmornen Zeichen einer hervorragend glorreichen Vergangenheit übriggeblieben: die weissen Denkmäler auf dem Platz der Wunderwerke ; dort steht auf dem grünen Teppich, wie ein gewaltiges nach Ueberseegestaden gerichtete Schiff, die Kathedrale, gegenüber des Baptisteriums und es erhebt sich dort auch der Schiefe Turm , ein Monumentalbau der in würdiger Weise die antike Macht Pisas verherrlicht, sowie der prächtige Friedhof, Ort der Ruhe und Beschaulichkeit, der sich weit ausdehnt und das Ganze umsch-liesst.Die Seele Pisas ist hier, zwischen diesen Denkmälern auf diesem ruhenvollen Platz, in den schönen romanischen Kirchen; man spürt ihre Gegenwart in den berümten Museen, in den mittelalterlichen Palästen, in den Schulen und in ihrer glorreichen, blühenden Universität; ihre Seele liegt wie in einer Wiege die im Arnobogen vom Meer geschaukelt wird und zwar von dem Meer das dem Traum dieser einsamen und stolzen Stadt, ein Reich gründen zu wollen, beigewohnt hatte. Das vorliegende bebilderte Buch soll ein ideeller Führer sein auf dem Weg zur Entdeckung der Meisterwerke der Kunst die Pisa birgt und wir haben es versucht, nur mit einigen bedeutungsvollen Bildern das geheimnisvolle Antlitz dieser Stadt zu enthüllen und die wichtigsten Begebenheiten ihrer Geschichte und des Kunst- und Kulturlebens einzeln zu erfassen.