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Baugeschichte und Ausgrabungen. Die Volksüberlieferung sah zu allén Zeiten in der Severinskirche in Passau-lnnstadt jene oben erwáhnte Basilika und den Platz, an dem Severin einst sein kleines Kloster und seine Zelle errichtete. Sie sollte Recht behalten, denn Ausgrabungen im Jahre 1976 brachten Reste von Fundamenten und Mauerwerk zutage, die eindeutig als frühchristlich anzusehen sind. Schon 1928 wurden von Hans Hörmann archáologische Grabungen vorgenommen, die jedoch keinen eindeutigen Beweis für eine Kirche aus der Zeit Severins erbrachten. Hörmann fand die Fundamente einer Kirche, die er als karolingisch deutete. Es war ein rechteckiger Saalbau mit eingezogener Apsis und einem im Westen angefügten Ouerhaus. Die Auffindung des Kasteils Boiotro im Jahre 1974 im sogenannten Gruber-Garten", in unmittelbarer Náhe der Severinskirche, lenkte die Aufmerksamkeit der Archáologen neuerdings auf das Gotteshaus. Der Einbau einer FuBbodenheizung im Zugé einer Gesamtrenovierung des Innenraumes kam den Wissenschaftlem zugute. Unter der Leitung von Professor Dr. Walter Sage wurden durch das Landesamt für Denkmalpflege 1976 neuerdings Grabungen vorgenommen, die nun Teile de-s Fundamentes einer frühchristlichen Kirche mit einer Reihe von Grábern und andere Bodenfunde zutage brachten. Es war eine Saalkirche mit gleichbreiter Apsis. Sie hatte eine Lángé von Friedhofskirche ehemals Pfarrkirche ST. SEVERIN PASSAU Patrozinium: 8. Januar Die Kirche zum hl. Severin von Noricum inmitten des uralten Friedhofs von Passau-lnnstadt ist eine der ehrwürdigsten Kultstátten des südostdeutschen Raumes. Mindestens seit dem 5. Jh., möglicherweise noch früher, steht an dieser Stelle ein Gotteshaus, dessen Kontinuitát bis in unsere Tage erhalten blieb. In der Lebensbeschreibung des hl. Severin von Noricum, die sein Schüler und spáterer Abt von Lucullanum bei Neapel Eugippius 511 verfaBte, heiBt es in Kapitel 22: ,,Für die Basilika, die auBerhalb der Mauern von Batavis in einem Ort namens Boiotro jenseits des Innflusses erbaut worden war, wo er [Severin] eine kleine Zelle für wenige Mönche errichtet hatte, wurden Mártyrerreliquien gesucht..." S. 1: Die uralte Severinskirche am Inn; Ansicht von Nordwesten. - Oben: SchluBstein im Presbyterium: Severin als Pilger, spátgotisch, 1476