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VorwortMit dem 1. Oktober 1991 steigen die Mieten in Ost-Berlin und den Neuen Bundesländern um das Vier- bis Sechsfache. Die Wohngeldsonderregelung für die ehemalige DDR soll, geht es nach dem Willen der Bundesregierung, bis Ende 1993 schrittweise wieder abgewickelt sein. Darüber hinaus drohen mit der Reprivatisierung nahezu des gesamten ehemals kommunal verwalteten Wohnungsbestandes Spekulation und Mietenexplosion in bisher ungeahntem Ausmaß. In West-Berlin, wo die bisher noch geltende lOprozentige Begrenzung bei Neuvermietungen zum 31.12.1991 wegfallen soll, hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohnungssuchende inzwischen die 20-DM-Schallgrenze überschritten.Stehen die Mieterinnen und Mieter dieser Entwicklung hilflos gegenüber?Keinem soll es schlechter gehen als vorher!" Das ehemalige Wahlversprechen Helmut Kohls wird heute, nur ein Jahr nach dem Anschluß der DDR an die BRD, bestenfalls mit Hohn quittiert. Die meisten von denjenigen, die im Jahr der Vereinigung D-Mark und vermeintlichen Aufschwung gewählt haben, sind mittlerweile mit einer wirtschaftlichen und sozialen Realität konfrontiert, die selbst ausgemachte Pessimisten" nicht erwartet hatten. Arbeitslosigkeit und steigende Mieten, zunehmende Gewalt und Depression beherrschen zu beträchtlichen Teilen den Alltag und das Lebensgefühl der ehemaligen DDR-Bürger. Die Aufbruchsstimmung von einst ist dem tagtäglichen Konkurrenzkampf gewichen, von der Revolution sprechen fast nur noch jene, die davon profitiert haben.Mit der Entscheidung des Deutschen Bundestags am 20. Juni 1991 für Berlin als künftigen Parlaments- und Regierungssitz wird sich die Situation für Mieter und Wohnungssuchende weiter verschlechtern. Bereits einen Tag danach überschlugen sich die Meldungen über Preisexplosionen auf dem Immobilienmarkt. Berlins Entwicklung zur europäischen Metropole" wirft ihre Schatten voraus.