Bővebb ismertető
Vorwort
In der Geschichte von Staaten und Ländern, Parlamenten, Institutionen, Verbänden u. ä. gibt es meist klare Gründungsdaten und Entstehungsdokumente; deshalb beschert der Kalender den Zeitgenossen, wenn sich die Erinnerungsjahre runden, immer wieder die Möglichkeit, entsprechende Jubiläen festlich zu begehen, Kontinuitäten zu beschwören und Erfolge zu feiern nach dem Motto aus Goethes Faust »und wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht«. Allerdings wird das, was man Gesellschaft nennt, keineswegs allein durch solche institutionalisierten und verrechtlichten Formen des Zusammenlebens bestimmt. Für die einzelnen Menschen als die eigentliche Substanz von Gesellschaft, d. h. für ihre Selbstzuordnung, ihre individuelle Weltsicht und Bereitschaft zur Beteiligung am öffentlichen Leben ist oft sehr viel bedeutsamer, aus welcher sozialen Schicht sie stammen, in welchem Milieu sie aufgewachsen sind, welche Ereignisse und Erfahrungsräume sie geprägt haben, zu welcher Generation sie gehören, ob sie männlich oder weiblich sind usw. Kurz: Gesellschaftsgeschichtliche Geburtstagstermine sind sehr viel schwerer auszumachen; hier geht es um Herkunft und »Heimat«, um Politik und Kultur im weitesten Wortsinn - es geht um »Vergesellschaftung« als jenen Prozeß, in und mit dem die Menschen von der hohen Politik bis in ihre aütäglichen Lebensbereiche hinein ständig neu ihr Zusammenleben gestalten und ihr Handeln mit (individuellem wie kollektivem) Sinn versehen.
Mögen einzelne Ereignisse wie das Kriegsende 1945 auch noch