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Statt eines Vorwortes Das Gebiet Kanadas übertrifft an Flächengröße das der Vereinigten Staaten. Das Land beherbergt jedoch weniger als ein Zehntel der Bevölkerungszahl seines Nachbarn.*An achtundzwanzigster Stelle steht Kanada unter den Ländern der Welt, wenn man die Bevölkerungsziffer betrachtet an dritter jedoch nach dem Umfang seines Außenhandels.*Jene zwei Drittel der Fläche Kanadas, die den Nordteil des Landes ausmachen, beherbergen noch nicht 1 Prozent seiner Bevölkerung. Im Herzen der kanadischen wirtschaftlichen Aktivität...
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Statt eines Vorwortes Das Gebiet Kanadas übertrifft an Flächengröße das der Vereinigten Staaten. Das Land beherbergt jedoch weniger als ein Zehntel der Bevölkerungszahl seines Nachbarn.*An achtundzwanzigster Stelle steht Kanada unter den Ländern der Welt, wenn man die Bevölkerungsziffer betrachtet an dritter jedoch nach dem Umfang seines Außenhandels.*Jene zwei Drittel der Fläche Kanadas, die den Nordteil des Landes ausmachen, beherbergen noch nicht 1 Prozent seiner Bevölkerung. Im Herzen der kanadischen wirtschaftlichen Aktivität aber, wo die Einflußgebiete des St.-Lorenz-Stroms und der großen Seen sich überschneiden,wohnen auf 1 Prozent des Bodens mehr als 50 Prozent der Bevölkerung des Landes.In Edmonton, der Präriestadt, in deren Nähe 1947 die sensationellsten ölfunde Nordamerikas während des letzten halben Jahrhunderts gemacht wurden, sah ich im Schaufenster eines Hutladens einen Stetson-Filzhut ausgestellt, so wie ihn die ölleute tragen. Preis: 420 Mark.Von den neuen ölfeldern in Alberta zum Lake Superior führt eine pipeline, eine gigantische Erdölleitung, über 1800 Kilometer. Allein das Petroleum, das sich gerade in den Rohren derLeitung befindet, hat einen Wert von nahezu 10 Millionen Mark.Die Lager von ölhaltigem Sand im Norden Kanadas enthalten mehr Erdöl als alle bekannten Petroleumreserven der Welt zusammengenommen.*In Vancouver fand ich im Fenster einer Filiale der Bank of Montreal ein sauber gedrucktes Schild: Wenn Sie bei uns um einen Kredit anfragen, so bitten Sie uns nicht um eine Gefälligkeit,sondern Sie erweisen uns eine Kommen Sie bitte herein und überzeugen Sie sich!'Kanada produziert mehr Nickel, mehr Zeitungspapier, mehr Platin, mehr Asbest als irgendein Land der Welt. Auch mit Aluminium dürfte dies eines Tages der Fall sein. Und wenn man über die Uranproduktion der Welt einmal Ziffern erfahren wird . . .1. Ein Wiedersehen - und mehrere ÜberraschungenDas ist also mein dritter Besudi in Kanada, mein erster nadi dem Kriege.Am Abend vorher bin ich in Honolulu ins Flugzeug geklettert, herzerweichende und sinnbetörende Gitarrenklänge im Ohr, drei sdiwülduftende Blütenkränze um den Hals - und trunken nicht nur von balsamischer Luft. Am Morgen habe ich, verschlafen in den Nebel jenseits der großen Glastür hinausblinzelnd, in der Flughafenbar von San Francisco einen starken und heißen Kaffee nach dem anderen getrunken.Und nun sitze idi, endlidi in Kanada, im Vorzimmer des Zollinspektors von Vancouver, in einer jener ärgerlichen Wartepausen, die einen so unsinnigen Kontrast bilden zur zielstrebigen Hetze der Flugreise über Länder und Ozeane.Aufdringliche Boten der Rührung melden sich in meinen Augenwinkeln. Ich sdiäme mich ihrer nicht. Denn in Armesweite neben mir steht ein Strauß Astern. Nach Monaten, da icJi unter schwankenden Palmwipfeln spazieren durfte und zwisdien dunkelgrünen Bananenwedeln, da die Blüten von Hibiskus und Frangipani wie eine üppige Farben- und Duftkulisse jeden Weg umstanden, habe ich nun die sdilichte Blume neben mir, die in der Erinnerung untrennbar verknüpft ist mit kühl-würzigen Herbstmorgen in der Heimat, mit verschleierter Sonne und flüchtigem ersten Reif auf Bauerngärten im Erzgebirge, mit dem für einen oktoberlichen Buben-Geburtstag gedeckten Tisch. Welch ein Kontrast, welch ein Wiedersehen!Neben mir sitzt ein Landsmann. Vor 24 Jahren bereits nach Kanada gekommen, besitzt er seit langem ein gutgehendes Uhren- und Juwelengeschäft in einer Stadt Britisch-Kolumbiens, der westlichsten Provinz von Kanada, und es ist ihm heute ein leichtes, in jedem Jahr für vier oder sechs Wochen, wie es die Laune eingibt, einen tropischen Urlaub zu verleben - sei es in Florida, auf den Bermudas oder irgendwo in Hawaii.Er ist für einen Augenblick vor die Tür des Warteraums getreten, hat die Luft lüstern eingesogen wie der Kenner den Duft eines Glases Cognac - und sagt, als hinge er denselben Gedanken nach wie idi, mit einem träumerischen Ton, der seltsam wirkt an dem munteren Pretiosen-Fachmann: Well, gehen Sie mal raus, scJinuppern Sie mal: wie im alten Land. Da flucht man die Hälfte des Jahres, daß es ewig trüb ist und regnet, oder wo denn nun der wirkliche Sommer bleibt - und dann sucht man sich einen recht warmen holiday raus - und dann kommt man zurück und ist so froh, daß es kühl ist. Wie im old country! Sehen Sie den Berghang dort hinten: ricJitiger, ehrlicher Nadelwald! Und die Wolken dort: ach was, wenn's audi bald regnet - nur so zu wissen: in ein paar Wodien fällt dort oben Schnee! Ja, schmecken Sie nur audi mal die Luft, gleicii vor der Tür: wie daheim! Hier in B. C. - da kann man es aushalten, auch wenn man sein Leben lang ein Harztrottel geblieben ist!"11

Termékadatok

Cím: Kanada [antikvár]
Szerző: Bernd Lohse
Kiadó: Umschau Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 180 mm x 240 mm
Bernd Lohse művei
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Vélemény:
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