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EINLEITUNGEin Sprichwort sagt: "Es gibt zehn Maße Schönheit auf der Welt; neun gehören zu Jerusalem, eines verteilt sich auf den Rest. Wer Jerusalem nicht in seinem Glanz sah, sah im Leben nie eine schöne Stadt." Jerusalem, gleichermaßen heilig für Judentum, Christentum und Islam, ist die Stadt der hundert Namen, der tausend Gesichter und fraglos die Krone Israels. Keine andere Stadt wurde in so vielen Kriegen umkämpft. König David machte Jerusalem zu seiner Hauptstadt, der erste Tempel wurde hier von seinem Sohn Salomo in den Jahren zwischen 961 und 922 v. Chr. erbaut. Die Stadt war kulturelles und geistiges Zentrum des jüdischen Volkes. Nach der Eroberung durch die Babylonier lag Jerusalem in Schutt und Asche. Der Tempel war zerstört und die Juden mußten ins Exil, von dem sie erst 537 v. Chr. zurückkehrten, um den zweiten Tempel zu errichten. Dieser wurde 517 v. Chr. fertiggestellt. Die Anlage des Tempelbergs wurde im Laufe der Jahre vergrößert, weitere Bauwerken kamen hinzu. Der Tempelkomplex war glanzvolles Heiligtum, eines der Wunder der antiken Welt. Die Soldaten der zehnten Römischen Legion stürmten Jerusalem im Jahr 70 v. Chr Wieder lag die Stadt zerstört, der herrliche Zweite Tempel wurde geschleift. Der Aufstand Bar Kochbas in der Zeit von 132 bis 135 n. Chr. war ein verzweifelter Versuch des jüdischen Volkes, sich gegen die Besatzer zu erwehren, doch konnten sie der Macht der römischen Armeen nicht standhalten. 135 n. Chr. errichtete man Aelia Capitollna an der Stelle Jerusalems, die als römische Kolonie beherrscht wurde. Zwei Jahrhunderte lang war Jerusalem eine unbedeutende Stadt, bis 326 Kaiser Konstantin und seine Mutter Helena nach ihrer Bekehrung zum Christentum eine Pilgerreise ins Heilige Land unternahmen. Sie nannten dieStadt erneut Jerusalem und errichteten sakrale Gebäude zum Andenken an das Leben Jesu. Unter den byzantinischen Kaisern blühte die Stadt, doch 614 fielen die Perser ins Land. 637 wurde Jerusalem von den Moslems erobert, die an der Stelle des Tempels König Salomos den Felsendom errichteten. Die Kreuzfahrer regierten von 1099 bis 1187 die Stadt, bis sie von Saladin geschlagen wurden. Auf seine Herrschaft folgte die der Mamelucken, bis 1512 Palästina ein Teil des ottomanischen Reiches wurde. Die Juden errichteten ihre erste Siedlung vor den Mauem der Altstadt wieder im Jahre 1860. Die heiligen Stätten, die von den drei großen monotheistischen Religionen verehrt werden, ziehen heute Pilger aus aller Welt an. Juden überall auf der Erde beten in Richtung Jerusalem, und für Christen ist Jerusalem bedeutend als die Stadt, in der Jesus die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Hier lehrte er, wurde er verhaftet und gekreuzigt, hier auferstand er zum neuen Leben. Für Moslems ist Jerusalem vor allem El Aqsa, die Stelle, an der Mohammed dem Glauben nach in den Himmel auffuhr. Nach Mekka und Medina steht Jerusalem an dritter Stelle unter den heiligen Städten des Islam. Seit Jahrhunderten ließen sich Propheten, Künstler, Poeten und Gelehrte von der Heiligkeit und Spiritualität Jerusalems inspirieren. Heute ist die Stadt ein wichtiges Kulturzentrum mit Museen, Kunstgalerien, Theatern, Kinos, Universitäten und Talmudschulen. Als Sitz der höchsten Legislative, Judikative und Exekutive des Landes entwickelte sich die Stadt zu einer modernen Kapitale. Feine Geschäfte und orientalische Basars werben gleichermaßen um die Gunst der Kunden. Auf den Straßen mischen sich die verschiedensten Trachten: Die Kaftane und Hüte der Hassiden, die Dschabaliyas der Moslems, die Trachten der Mönchsorden verschiedener Konfessionen, Bluejeans, und vieles mehr. In ihnen spiegeln sich die unzähligen Gründe und Beweggründe wieder, aus denen die Menschen nach