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VON DER SCHWIERIGKEIT, ÖSTERREICH ZU ENTDECKEN
Die längste Zeit wurde Österreich gepriesen oder verdammt, aber es kommt darauf an, es zu entdecken. Wer zu ihm vordringen möchte, muß den Zauberwald der Idyllen hinter sich lassen und die sieben Berge der Geschichtslosigkeit überwinden. Dahinter liegt ein Land, das den Verklärern Österreichs nicht gefallen mag und von dem die Verächter überzeugt sind, es wäre gar nicht vorhanden. Verwechseln jene Österreich mit der Harmonie, die sie über das gesellschaftliche Leben verhängt haben, identifizieren diese es mit dem Zwang, den solche Harmonie in Wahrheit bedeutet. Wonach es die einen gelüstet, ekelt die anderen, aber es ist derselbe Knochen, an dem sie kauen, genüßlich oder würgend, je nachdem.
Daher sieht das Österreich, das der St. Pöltener Bischof Krenn zur Prozession wider die Moderne führt, dem Österreich zum Verwechseln ähnlich, das Elfriede Jelinek über den Kamm ihrer Verachtung schert. Daß die Schafe, die der Bischof um sich schart, Bestien der Wohlanständigkeit sind, mag schon richtig sein; verhängnisvoll ist nur, daß der autoritäre Hirt und die empörte Dramatikerin es beide zufrieden sind, wenn sie im Blöken der Bestien und Heulen der Schafe kein anderes Österreich mehr zu hören vermögen. So nahe sind einander die Gegner geraten, daß sie schon fast dasselbe sagen und ihre Persönlichkeit nur mehr darin zu artikulieren wissen, wie sie es sagen. Wenn Gerhard
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