Bővebb ismertető
Kein anderer Name eines Landes weckt einen solchen Reichtum an Assoziationen wie Indien . Márchenhaft klang er den Europaern schon in den Zeiten, als die Kundé kam von den unvorstellbar glánzenden Höfen des GroBmoguls und der Maharajas, und in das Staunen mischte sich die Ehrfurcht, als man auch die Weisheit und Poesie der Sanskritliteratur als einen der altesten Beitrage der indogermanischen Sprachfamilie zur Weltkultur kennen lernte. Und es kamen die ersten Bilder, voller Motive für phantastische Operndekorationen: Palmengestade, Marmorkuppeln und Tempel mit seltsamen Gestalten, Götterfiguren mit vielen Armen, mit Tierköpfen, Ungeheuer aus Urgründen des Trieb- und Seelenlebens. Und je náher diese Welt kam, desto sichtbarer wurde auch ihr Staub, der Staub der langen Trockenzeit, der sich auf StraBen und Acker und Dörfer legt, der Staub, in dem magere Menschen hausen, arbeiten, wandern, beten. Heute weckt der Name Indien nicht mehr nur solche vage Vorstellungen aus seltsamer weiter Fremde: Wir sehen die Prediger der Gewaltlosigkeit zum Schwert greifen, Stimmen des Hochmuts vermengen sich mit Stimmen der Demut, extremer Materialismus durchkreuzt sich mit extremem Idealismus, kontemplative Weltverneinung mit Tatendrang, zahe Tradition mit Fortschrittsfreudigkeit. Politische, wirtschaftliche und soziale Probleme wálzen sich heran und werden wáhrend der Lösungsversuche nur immer gröBer. Eine rapid sich vermehrende Bevölkerung von zweihundert, dreihundert, vierhundert Millionen sucht nach der Form, die ihr das Leben in unserem Jahrhundert und in der zusammengewachsenen Familie der Völker erlaubt. Denn Indien ist in einer Wandlung begriffen, die an die Wurzeln seines Wesens greift. Eine der altesten Völkerfamilien, die seit Jahrtausenden ihre eigene Kultur und Lebensform entwickelt hatte, sieht sich mit einer Welt konfrontiert, die keine abgeschlossenen Lebensraume mehr gestattet. Was auBerhalb der Zeit lebte, ringt um sein GeschichtsbewuBtsein. Da ist der geographische BegrifF Indien. Wir verstehen darunter in der Regei die Lánder, die im Norden durch einen gewaltigen Gebirgsboden vom übrigen Asien getrennt sind, die Stromgebiete von Indus, Ganges und Brahmaputra sowie das ihnen südlich vorgelagerte und in den Indischen Ozean bis in die Tropenzone vorstoBende Dreieck des Deccan. Vorderindien, wie man es auch im Unterschied zu Hinterindien genannt hat, ist einer der altesten Festlandteile der Erde. Seine Form hat sich freilich seit dem geologischen Altertum verándert. Der Deccan, die álteste Landmasse Indiens, bildet im groBen ganzen ein weit ausgedehntes Hochplateau. Dem Arabischen Meer zu falit das Land in den West-Ghats, die von üppigen tropischen S