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Im Wandel der Jahreszeiten
Für viele ist die schwäbische Alb eine gute, alte Bekannte. Von klein aufhat sie uns begleitet, oft ging man mit den Eltern dorthin zum Wandern, viele haben hier oben das Skifahren gelernt, bevor sie ihr Können dann später in den Alpen beweisen konnten. Spektakulär wirkt die Alb zunächst wohl nicht, aber verlässhch, immer da - halt so wie eine gute Seele im Hintergrund.
Wer hier wohnt, nimmt sie oft nicht mehr besonders wahr; die Alb ist eben das. was immer schon hier war, ein Hintergrund, mit dem man lebt. Als schön empfunden, ja schon, aber eher aus einer Art von lokalem Stolz heraus als wirklich gefühlt.
Anderswo gibt es viel höhere Berge, viel schroffere Klippen, viel tiefere Täler und viel größere Städte. So bleibt die Alb zwar immer gegenwärtig und manchmal mag der eine oder andere auch leise Gewissensbisse verspüren und sich denken, dass man mal wieder hinfahren sollte. Aber dann kommt doch wieder etwas dazwischen und der Besuch wird weiter aufgeschoben.
Schade eigentlich!
Denn wenn sich dann einer aufrafft und in den Zug. ins Auto oder aufs Fahrrad steigt, fühlt er sich immer willkommen. Die Täler öffnen sich und nehmen den Besucher auf, eine lange, grün bewaldete Umarmung, dann hinauf in die Höhe, wo sich sofort ein Gefühl der Weite auftut. Obwohl auf der Alb oben auch fast jeder Quadratmeter bewirtschaftet ist. gibt es hier merkhch weniger Menschen. Es atmet sich freier, der Lärm verstummt und der Horizont rückt etwas weiter weg.
Wenn der Besucher dann in der richtigen Stimmung ist. dann kann es sein, dass sich die gute, alte Alb noch von ganz anderen Seiten zeigt. Da kann sie ihn dann in die Vergangenheit mitnehmen, zeigen, wie einst die Menschen mühsam dem Boden ein kärgüches Leben abgerungen haben, unter welchen Mühen die Alten hier das Land bebaut, den Wald genutzt, dem Wasser neue Bahnen gegeben haben. Überall zeigen sich noch die Spuren ihrer Arbeit. Viele Wege sind seit Jahrhunderten, manche seit Jahrtausenden im Gebrauch. Reste von Burgen säumen den Albtrauf. steinerne Brücken überspannen die Flüsse und Bäche in den Tälern. Ganze Talauen sind auch heute noch von Obstwiesen überzogen, die schon seit dem Mittelalter existieren. Siedlungsplätze. Dörfer und Städte verdanken ihre Existenz der Arbeit früherer Generationen.
Der Bhck von den Höhen zeigt das Albvorland, heute so dicht besiedelt, dass es von oben fast wie eine einzige, riesige Stadt erscheint. An vielen Stellen branden jetzt die Siedlungen