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Bergender Torbau vor allem, beschließendes Siegel auch,tektonisches Monument und dabei im Zirkelschlag ruhendeSchmuckform so bietet sich Freibergs Goldene Pforte dar.Die Wirkung ist gleichwohl heute einigermaßen museal wird das Portal doch seit fast siebzig Jahren von einemwohlmeinenden Schutzbau umschlossen, der das Licht ver-ändert, Blick und Schritt ungebührlich festlegt. Gewiß daskleinere Übel gegenüber der Drohung völligen Verfalles,dem der empfindliche Sandstein zunehmend ausgesetzt war.Die voraufgegangene Umbauung durch eine Kreuzgangs-kapelle mag idyllischer, aber ebensowenig angemessen ge-wesen sein.Medias in vita mitten im Leben hat die Goldene Pforteursprünglich gestanden, da sie als Haupt- und Westportalder hochmittelalterlichen Pfarrkirche Unserer Lieben Frau inder von Silberfunden und Fürstengunst überglänzten, sehrjungen Bergmannssiedlung eingefügt wurde. Mit ihrenleuchtenden Farben und der reichen Vergoldung hat sieNeugierige und Andächtige aus düsteren Wäldern und fin-steren Schächten, aus Burg und Hütte in den Schoß derKirche gerufen.Sind auch heute Gold und Farben fast spurlos verschwun-den, so darf doch der Name aus zwei Gründen mit Rechtweiterleben. Das Mittelalter hatte dem Monument das aus-zeichnende Schmuckwort gewiß nicht aus ästhetischen Grün-den gegeben, und auch die ursprüngliche reiche Vergoldungwar weniger Zier als Symbol der Auszeichnung, Hinweisauch auf jene Goldene Pforte am Tempel von Jerusalem,unter der die verheißungsvolle Begegnung der Eltern Ma-riens geschah.Zum andern ist die Goldene Pforte zu Freiberg eine Kost-barkeit der mittelalterlichen deutschen Kunst. Hier kommenzum ersten Mal auf deutschem Boden Architektur und Plastikin reiner Harmonie zusammen.5