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Blick vom Park auf die Terrassen und den Mittelbau
Die deutsche Architektur der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts steht unter dem Eindruck der großen Baukunst Karl Friedrich Schinkels. In seinen Werken fand die neue bürgerliche Kunstauffassung des Klassizismus, die wieder die strenge Gesetzmäßigkeit der antiken Kunst als Grundlage ihres Schaffens anerkannte, ihren stärksten und vollkommensten Ausdruck. So gehören die Bauten Schinkels in BerHn wie die Neue Wache, das Schauspielhaus, das Alte Museum und die Bauakademie, die wesentlich das künstlerische Gesicht der Hauptstadt geprägt haben, zu den wertvollsten Zeugen der deutschen klassizistischen Architektur. Sie lassen ebenso wie das im Park von Sanssouci für den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen errichtete Schloß Charlottenhof die Fähigkeit des Baumeisters erkennen, die von der Antike empfangenen Anregungen schöpferisch-phantasievoll in die Sprache seiner Zeit umzudeuten. In Anlehnung an römische Landsitze sollten dem 1826 erbauten Schloß Charlottenhof weitere Einzelgebäude angefügt werden. Schinkel hatte daher den Auftrag erhalten, eine Orangerie zu entwerfen, die westlich des Herrenhauses errichtet werden sollte. Das projektierte Gebäude war nicht allein als Aufbewahrungsort exotischer Gewächse, sondern zugleich als ein Gästewohnhaus gedacht, dessen Zimmer sich um eine große Pflanzenhalle gruppieren. Nach vielen Änderungen des Grund- und Aufrisses, die sich bis 1836 hinzogen, wurde der Plan jedoch gänzlich aufgegeben, wohl aus der Erwägung heraus, daß ein so aufwendiges Gebäude dem ländlich-bescheidenen Charakter der Anlagen um Charlottenhof widersprochen hätte.