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Schiller hielt sich in Weimar erstmals in den Jahren 1787 bis 1789 auf. In dieser Zeit wohnte der Dichter neben dem historischen „Gasthaus zum weißen Schwan" (Frauentorstraße 21; Gedenktafel). Der Versuch, sich unter den „Weimarischen Riesen", Goethe, Herder und Wieland anzusiedeln, gelang zunächst nicht. So bot vorerst nicht Weimar, sondern das nachbarliche Jena dem Dichter für zehn Jahre, von 1789 bis 1799, Wohnsitz und vor allem Schaffensmöglichkeiten. In der Jenaer Zeit wirkte Schiller an der Universität, die heute seinen Namen trägt, als Professor für Geschichte.
Zwar hatte Schiller noch während seines ersten Weimarer Aufenthaltes am 7. September 1788 in Rudolstadt die persönliche Bekanntschaft des aus Italien zurückgekehrten Goethe gemacht, doch kam es erst im Jahre 1794 zu einer wirklich fruchtbaren Begegnung. In Jena entstand der in der Geschichte der deutschen Literatur einzigartige Freundschaftsbund. Beiden Dichtern gab die Freundschaft neue Impulse für ihr Schaffen. Schiller begann mit dem „Wallenstein", Goethe nahm die Arbeit am „Wilhelm Meister" und am „Faust" wieder auf. Gemeinsam veröffentlichten sie die „Xe-nien". Ihr gemeinsames künstlerisches und theoretisches Bemühen war so intensiv, daß sie sich zuzeiten täglich besuchten. Goethe fuhr nach Jena, und Schiller war wochenlang Gast im Haus am Frauenplan in Weimar. In zahlreichen Briefen erörterten sie grundlegende Fragen der Literatur, der Philosophie und der Theorie der Künste.
Gegenüber Wilhelm von Humboldt bekennt Schiller: „Es ist erstaunlich wie viel Realistisches schon die zu-