Bővebb ismertető
Vorwort Über Baden gibt es in der letzten Zeit eine reichhaltige Literatur. Das Jubiláumsjahr 1980 hat hier eine besondere Anregung gebracht. Als ich für diesen AnlaB mein Buch Baden bei Wien - Plaudereien über eine Stadt" zusammenstellte, bescháftigte ich mich eingehend mit den literarischen Erinnerungen und fand im Stadtarchiv eine Menge Unterlagen. Da ich ein rationeller Arbeiter" bin - eine liebenswürdige Umschreibung für Bequemlichkeit und Faulheit -, versuche ich, meine Arbeit möglichst vielseitig auszunützen. Daher bin ich 1983 sehr gerne einer Einladung der Badener Nachrichten" gefolgt, in einem Kasten" Badener Geschichten mitzuteilen. Ich habe damals dafür den Titel Secht's Leut'ln, so war's anno 30 in Baden" gewáhlt und darauf viele angenehme Reaktionen erhalten. Bei der Umstellung der Zeitung wurde diese Spalte aufgelassen. Der Grund dafür werden wahrscheinlich Beschwerden gewesen sein, daB ich in den einzelnen Ausgaben zu stark dominierte". Die wenigsten machen sich dabei Gedanken, daB derlei Beitráge mit einer nicht geringen Arbeit verbunden sind. In Österreich war es aber in einem solchen Falle immer noch ein probates Mittel, nicht den weniger FleiBigen anzuspornen, mehr zu arbeiten, sondern den Eifrigen einfach seine Arbeit einzuschránken. Damit ist dann wieder eine schöne Gleichheit hergestellt. Für die Möglichkeit der Erstveröffentlichung bedanke ich mich aber sehr herzlich bei den Badener Nachrichten". Die 40 Beitráge zu dem genannten Titel habe ich nun nach Gruppén geordnet und mit Bildern ausgestattet. Zudem habe ich sie mit einer Überschrift versehen, sodaB man sie leichter einordnen und gebrauchen kann. Sie sind auch immer mit einem AnlaB der Gegenwart verbunden; daher tritt einem die Vergangenheit sehr lebendig entgegen. Der besondere Grund für die Herausgabe zu diesem Zeitpunkt liegt auf der Hand. lm Mittelpunkt der Anekdoten steht Kaiser Franz I. Er ist vor 150 Jahre gestorben und hat die Glanzzeit Badens heraufgeführt. Neben einer Reihe von Veranstaltungen, die diesem groBen Förderer unserer Stadt gewidmet sein werden, soil auch das Erscheinen dieses Büchleins die Erinnerung an ihn wachrufen. Wie bissig auch Grillparzer diesen ersten österreichischen Kaiser beurteilt, für uns war er wirklich der gute Kaiser Franz". AuBerdem sollte einmal ein literarisches Erzeugnis geschaffen werden, das so preiswert ist, daB es die Leute auch gerne kaufen. Damit wird dieser Schritt von progressiver Tradition", die ich für áuBerst wichtig halté, in die Breite getragen. Wenn ich Zeit dazu finde, werde ich die Geschichten weiter fortsetzen und bis in die Gegenwart herauf sammeln. Für die jetzt Veröffentlichten darf ich mich aber einmal bei einer Reihe von Persönlichkeiten bedanken, die mich tatkráftig unterstützt habén. Dazu gehören Kurdirektor Dr. Pfann, der Verlag Grasl, Regierungsrat Prof. Frühwald und Félix Werkowitsch, der seine Freundschaft zu mir standig durch sein kostenloses Fotografieren bezahlen muB. Natürlich habe ich auch noch eine geheime Absicht damit verbunden: Baden ist in Niederösterreich immer eine heimliche Hauptstadt der Erinnerung. Wenn es bei der Frage, wer ein Anrecht auf die Hauptstadt in Niederösterreich besitze, nach den Geschichten" ginge, gábe es daher nur die eine Antwort darauf: Schwarzgelbowitz", die landesfürstliche Stadt Baden. Da habén freilich andere Dinge den Ausschlag gegeben! Dennoch: Wer hat schon sonst noch dieses Hauptstádtische" in Niederösterreich? Viel Vergnügen beim Lesen, wir bleiben ja doch ein kleines Wien im Aquarell"!