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Die Alhrecbtshurg
Von welcher SeITE man sich auch der alten j\l arkgrafenstadt Meißen nähert, immer wird man von ihrer anmutigen Lage an der Elbe überrascht sein. Die Spitzen der Domtürme grüßen schon weithin über die westlichen Höhen, ehe man das Burgmassiv und die Häuser der Stadt erblicken kann. Vom Strom her gesehen erhebt sich die architektonische Gruppe von Burg und Dom in monumentaler Geschlossenheit. Nur an ihrem südlichen Zugang ist sie durch die zinnenbewehrte Schloßbrücke mit dem Gelände des Burglehns und damit mit der sogenannten afranischen Freiheit verbunden. Die Stadt jedoch liegt diesem grandiosen, vielfältig gegliederten Block bescheiden zu Füßen, aus dem Gewirr ihrer vielen steilen Dächer ragen die Gipfel des Rathauses und der Franziskanerkirche sowie der Turm der Stadtpfarrkirche St. Marien hervor.
Auch der Unbefangene vertnag aus diesem einzigartigen Stadtbild, das man von der belebten Straße rechts der Eibe aus besonders gut beobachten kann, die ursprünglich für eine Besiedlung und Verteidigung günstige Lage des Burgberges zu bemerken. Lange bevor auf dem Mündungsschwemmland der Triebisch, des kleinen von Südwesten herausschießenden Nebenflusses der Elbe, eine Handwerker- und Händlersiedlung entstand, war dieses Felsplateau zunächst von slawischen, kurze Zeit darauf von germanischen und dann wieder von slawischen Stämmen besiedelt gewesen. Immer lockte der geräumige, nach der Elbe und den zwei Nebenflüssen zu steil abfallende Felsrücken, dessen sattelartiger Zugang vom Hinterland durch einen schluchtähnlichen Taleinschnitt gesichert war. Als König Heinrich L (919-936) aus den sicheren Positionen zwischen Harz und Thüringer Wald die Kolonisation und Christianisierung gegen den slawischen Osten vorantreiben wollte, erkannte er diesen Platz als einen der wichtigsten im Zuge der Elbbefestigung. Bischof Thietmar von Merseburg hat folgendermaßen über die Gründung der Burg Meißen (929) berichtet: „Hier ließ König Heinrich I. einen nach der Elbe gelegenen, mit dichtem Wald bestandenen Berg roden und gründete dort eine Burg, die er nach einem an der 5 Nordseite vorbeifließenden Bach Misni nannte."