Bővebb ismertető
VorwortVon Frankfurt nach Nordafrika braucht man mit dem Flugzeug knapp zwei Stunden, aber die Überquerung der Sahara dauert dann mehr als doppelt so lange. Das zeigt uns einerseits die Nähe Afrikas zu Europa, andererseits die Größe dieses Kontinents. Erst in den sechziger und siebziger Jahren sind aus den meisten früheren Kolonien unabhängige Nationalstaaten geworden; aber die wirtschaftliche Unabhängigkeit eines großen Teils dieser Staaten ist noch sehr begrenzt.In vielen Ländern Afrikas hat es seit der Unabhängigkeit immer wieder Putsche, Bürgerkriege und regionale Konflikte gegeben. Wer sich die europäische Geschichte vor Augen hält, wird diese Phase der Entwicklung nichtzu hart beurteilen. Wir sollten immer daran denken, daß der größte Teil der Grenzen von den früheren Kolonialmächten gezogen worden ist, ohne auf Völker und Stämme Rücksicht zu nehmen. Das hinterläßt Konfliktpotential auch für die Zukunft. Die enge Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika ist unverzichtbar. Wir sind Nachbarn. Wir sind aufeinander angewiesen. Die Konvention von Lomé, die nahezu alle afrikanischen Staaten mit den Staaten der Europäischen Gemeinschaft abgeschlossen haben, ist nach wie vor das bedeutungsvollste Abkommen zwischen Industrienationen und Ländern der dritten Welt überhaupt. Die Zusammenarbeit muß für die Zukunft noch weiter ausgebaut werden, und auch wir müssen unseren Beitrag dazu leisten. Wir Europäer beziehen aus den Staaten Afrikas vor allem Rohstoffe wie Erdgas, Erdöl und Erze, aber auch Kaffee, Kakao und viele andere Produkte, und wir liefern ihnen unsere technischen Erzeugnisse. Dabei müssen wir wissen, daß einige Länder Afrikas aufgrund ihrer natürlichen Gegebenheiten kaum Ent-wicklungschancen haben und so arm sind, daß sie von uns auf Dauer unterstützt werden müssen. Und wir sollten im Rahmen unserer Möglichkeiten auch beim Ausbau der afrikanischen Zusammenarbeit behilflich sein, denn das Verhältnis der afrikanischen Staaten untereinander ist noch sehr verbesserungsbedürftig.Mit dem in Aussicht stehenden Ende des Namibiakonflikts wäre auch die deutsche Kolonialgeschichte endgültig besiegelt. Es bleibt das Problem der Rassentrennung in Südafrika. Wenn es hier nicht bald eine friedliche Lösung gibt, die den schwarzen Menschen die volle Gleichberechtigung bringt, dann sehe ich für die Zukunft Südafrikas sehr schwarz.Ich empfehle dringend, die politische Bedeutung dieses Kontinents nicht zu unterschätzen. Die Abstimmungsergebnisse bei den Vereinten Nationen zeigen das Gewicht Afrikas sehr deutlich.Dieses Buch, von hervorragenden Sachkennern geschrieben, kann beim Leser auch in dieser Hinsicht zu einem differenzierteren Bild des Schwarzen Kontinents beitragen.Hans-Jürgen Wischnewski