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Vorwort
von
Uwe-Jens Schumann
Kaum etwas läßt sich so lustvoll aufschäumen wie die Geschichten vom Bier. Ob man es nun mit frommen Sprüchen begleitet (»Hopfen und Malz, Gott erhalt's«), einen Literaten wie Thomas Mann zitiert (»Ein Glas Helles verschafft mir Lehnstuhlbehagen«), ob man nun den Tacitus studiert, der mit wohlgesetzten Worten das mundende Getränk der Germanen preist, oder den Martin Luther um sein »thadelsfrei« schönstes Hochzeitsgeschenk beneidet: ein Faß »einpöckisch« Bier - der Gerstensaft fließt durch die deutsche Kulturgeschichte in hellen Strömen: Die Bockbier-Schnur-ren und Pils-Legenden, Märzen-Märchen und Weizen-Geschichten ranken sich nur so um Reich und Arm, was dem Bier zu Recht das Prädikat »Volksgetränk« einbrachte, buchstäblich vom König (wie dem Alten Fritz, der in seinem »erstgelernten« Beruf Bierbrauer war) bis zum Eulenspiegel (der in dem Brau-Städtchen Einbeck dereinst aus purer Narretei einen Hund namens »Hopf« dem Sud beigegeben haben soll).
Und erst recht die regionalen Bräuche im genüßlichen Umgang mit dem Bier zeigen auf, daß wir in einem »ganz und gar bierseligen Lande« - so der Spötter Erich Kästner - leben: Eigenarten und Eigenwilligkeiten, auf die ich bei meinen Recherchen für die Fernsehserie »Deutschland Deine Biere« gestoßen bin: Die kühlen Pilstypen des Nordens, die Kölner, die ihr Leibbier gleich »von der Stange« trinken, die Leipziger, die sich gerne einem Gerstensaft namens Gose mit wahrhaft durchschlagender Wirkung zuwenden, die Berliner, die ihre Molle