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Vorwort
Ein Kochbuch?
Ein Kochbuch, wenn auch kein gewöhnliches; eine Plauderei, in der typisch polnische Kochrezepte und Skizzen aus der Geschichte des polnischen kulinarischen Brauchtums einander abwechseln.
Von der altpolnischen Küche wird viel geschrieben und gesprochen. Die einen bemängek an ihr die grenzenlose Verschwendung" und das Übermass an alkoholischen Getränken, andere wieder rühmen ihre unverkeimbaren jf^gi^e — das Vertraute, das Einfache, den Überfluss.
Die altpolnische Küche ist jedoch keineswegs der Magnatenküche gleichzusetzen, die ganze Vermögen verschlang, Üppigkeit liebte und durch die Unmenge der bei einem Festmahl angerichteten Gänge in Erstaunen setzte.
Die echte altpolnische Küche setzte sich aus drei kulinarischen „Strömungen" zusammen, aus der Bauernküche, der Bürgerküche und der Adelsküche. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte haben sie sich teils angenähert, teils voneinander entfernt, bis sie schliesslich zu einer einzigen vielfaltigen und abwechslungsreichen Küche verschmolzen sind, die alle Elemente des polnischen kulinarischen Stils in sich vereint.
Die Unterschiede zwischen diesen Strömungen waren im Grunde genommen nicht so gross; innerhalb der „Adelsküche" z.B. bestanden erhebliche Kontraste zwischen der Küche der Magnaten, der Küche des mittleren Adels und der — von der Küche der Bauern kaum abweichenden — Küche des armen Landadels. Der Reiche, hat immer besser gespeist als der Arme. Mit anderen Worten, im alten Polen gab es mehrere Kategorien von Küche (nach Zbigniew Kuchowicz — „Altpolnische Bräuche
17. und 18. Jh.", erschienen 1975 in Lodz — waren es im 17. und 18. Jh. gar fünf!), sie spiegelten jedoch nicht ausschliesslich den Vermögensstand wider, sondern auch die Traditionen und die Kultur des jeweiligen Milieus und der einzelnen Bevölkerungsgruppen.
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