Bővebb ismertető
Worte zum Geleit
Wenn man die Situation im Feld der Psychotherapie vor ca. 25 Jahren mit der heute vergleicht, zeigt sich ein dramatischer Wandel. Die traditionell wie naturwüchsige Wahrheiten gehandelten Annahmen, dass psychische oder psychosomatische Probleme linear-kausal auf pathologische Prozesse und Defizite/Inkompetenzen im individuellen Klienten zurückzuführen seien, waren zu quasi verpflichtenden Handlungsleitlinien geworden. Denn diese Annahmen versuchen ja nicht nur bestimmte Phänomene zu erklären, aus ihnen wird dann auch die Logik der Behandlung abgeleitet. Und diese zeigte zwingend, dass in aller Regel nur sehr lang dauernde und die sog. Vergangenheit aufarbeitende Maßnahmen sinnvoll und effektiv sein könnten. Dies drückte sich in Behandlungszahlen, z.B. im ambulanten Bereich von oft bis 300 Stunden und mehr aus, die eher als selbstverständlich galten. Und im stationären Bereich waren Aufenthalte von 6-9 Monaten durchaus keine Seltenheit, im Bereich der Therapie von Alkoholabhängigkeit z.B. galt als „eiserne Regel" ein Mindestaufenthalt von 6 Monaten, oft schon mit der Erwartung, dass nach einiger Zeit dann eine sog. „Festigungs-Kur" (von noch einmal mehreren Monaten) eher wahrscheinlich und auch fast selbstverständlich sein dürfte, wo doch die Klientinnen so mit schweren Defiziten behaftet erschienen. Sicher war dies gut gemeint, und den Strategen der jeweiligen Klinikverwaltungen war dies allemal recht, belegungstechnisch gesehen, zumal die Kostenträger klaglos zahlten.
Heute haben wir, was ich sehr begrüße, eine deutlich andere Situation. Mehr und mehr setzen sich Ansätze durch, welche die Aufrechterhaltung von Symptomen anders erklären und auch ein völlig anderes Interventionsverständnis zugrunde legen. Zusammenfassend könnte man sie bezeichnen als Ansätze mit Kompetenzprämissen, d.h. mit Grundannahmen, welche davon ausgehen, dass die sog. Störungen bei Klientinnen keineswegs ein Ausdruck grundlegender Defizite sind, welche als linear-kausale „Ursachen" wirken. Vielmehr sehen sie Klienten sehr wohl als grundsätzlich kompetente lebende Systeme, die sich autonom selbst organisieren und durch entsprechende Interventionen auch wieder (meist relativ schnell) wirksamen Zugang zu ihren Kompetenzen finden, die zwar auch bisher schon in ihrem Erfahrungsrepertoire gespeichert